Hellion 1

Auch als Podcast verfügbar.

 

Neulich hatte ich bereits über das storygetriebene Survival-Game Subnautica gesprochen. Auch in meinem heutigen Spiel geht es um das Überleben in einer gefährlichen Umgebung, nur dass diese bei Hellion nicht so bunt und lebendig ausfällt. Außerdem gibt es keine verfolgbare Story und stattdessen einen Online-Multiplayer. Jetzt könnte man denken, dass wir es hier nur mit einem ganz normalen Survival-Vertreter zu tun haben. Dem ist nicht so.

Ebenfalls war kürzlich Star Citizen mein Thema und Hellion wurde vor einiger Zeit von einem Streamer, dessen Video ich auf YouTube gesehen hatte, als Star Citizen-Killer betitelt. Selbstverständlich ist das nicht viel mehr als Clickbait, denn obwohl beide Spiele im Weltraum stattfinden und es betretbare Raumschiffe gibt, so gehen diese SciFi-Kollegen in fundamental andere Richtungen. Trotzdem hat mich Hellion mit seinem Grad an Realismus und dem Basenbau als Spielkern angesprochen und so konnte ich es kaum erwarten es auszuprobieren.

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Wenn man Hellion startet, dann bekommt man erstmal ein kleines Intro-Video gezeigt, in welchem es darum geht, warum man gleich alleine im Weltall aufwachen wird und um’s Überleben kämpfen muss. Doch das ist eher nebensächlich. Dann könnt ihr euch entscheiden, ob ihr im Multiplayer spielen möchtet oder lieber offline bleiben wollt. Ich persönlich präferiere den Singleplayer, weil ich hier nicht auf Server zugreifen muss, die vielleicht bald mitsamt meiner Basis verschwinden. Dafür bleibt mir natürlich die Erfahrung verwehrt mit anderen Spielern zusammenzuarbeiten oder gegen diese zu Kämpfen. Das volle Erlebnis bekommt man also nur Online. Für die entspannte Runde zwischendurch reicht es offline aber allemal.

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Nun wacht man also in einer Kryo-Kapsel aus einem langen Schlaf auf und stellt schnell fest, dass die eigene Situation derzeit nicht wirklich angenehm ist. Ihr tretet durch die ersten paar Schleusen der Raumstation und schwebt plötzlich durch einen Raum dessen Schwerkraft ihr erst wieder aktivieren müsst. Dann versucht ihr den Strom und die Lebenserhaltung der Station halbwegs in Gang zu bringen und stellt dann fest, dass eure Ressourcen und Möglichkeiten an Bord eher begrenzt sind. Als neuer Spieler, der sich vorher keine Tutorials angesehen hat, dürfte man bis zu diesem Punkt bereits eine Weile brauchen. Doch spätestens dann stellt man vermutlich äußerst schnell fest, dass die Station auf der man sich befindet nicht nur äußerst unsorgsam (oder gar nicht) gewartet wurde, sondern dass diese auch außerordentlich klein ist. Auf so einem kleinen Ding lässt es sich weder lange noch entspannt leben. Also auf in die Weiten des Alls! Vielleicht findet man dort ja was Nützliches. Zum Glück gibt es auf der Station noch mehr als genug Teile von Raumanzügen, die man sich nun zügig überstülpt. Eine Schleuse scheint nach außen zu führen, doch sobald man diese, mithilfe eines Hebels, manuell dazu zwingt sich zu öffnen, wird man zusammen mit der Luft in das Vakuum gesaugt. Das kann man so machen, aber falls man Sauerstoff sparen möchte, dann könnte man auch mithilfe eines Terminals die gesamte Luft der Station vorrübergehend in Tanks speichern und dann einfach sanft nach draußen gleiten. Vor eurer kleinen Station findet ihr standardmäßig ein kleineres Raumschiff und ein Luftschleusen-Modul. Außerdem ist es spätestens jetzt an der Zeit die Steuerung zu verinnerlichen, damit euch weder Luft noch Treibstoff ausgehen, bevor es zu spät ist. Die möglichst realistische Mechanik der Fortbewegung in der Schwerelosigkeit ist übrigens, meiner Meinung nach, sowohl der härteste, als auch der interessanteste Teil dieses Survival-Games. Wenn man sich bereits mit derartiger Fortbewegung in Spielen auskennt, dann wird es vermutlich nicht so schwer. Als Neuling erfordert es Übung und Anstrengung bis man sich irgendwann selbst souverän durch’s all schießt.

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Sterben gehört übrigens in den meisten Fällen zum Spiel dazu. Online noch mehr als im Singleplayer. Dadurch lernt man das Handwerk des Überlebens auf die harte Tour und stirbt mit der Zeit immer seltener. Das Spiel fordert dabei stets ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit. Man muss darauf achten, dass einem die Ressourcen nicht ausgehen, dass das Helmvisier geschlossen ist, wenn man einen Weltraumspaziergang macht und dass man weiß wie man die Systeme und Komponenten bedient und verwaltet. Eine gewisse Affinität dazu Probleme zu lösen und Schwierigkeiten zu überwinden sollte man mitbringen. Ansonsten kommt vermutlich wenig Spaß auf und man fühlt sich eher gestresst und ist frustriert, wenn mal etwas nicht klappt. Also nicht vergessen: Spaß haben und entspannt bleiben. Nicht verzagen und auch gerne mal im Internet nachsehen, wenn man mal irgendetwas nicht weiß. Man könnte fast denken, dass ich mich mit meiner Spieleauswahl gerne regelmäßig selbst quäle, doch sei eines gesagt: es geht auch in diesem Spiel um die hart erarbeiteten Erfolgserlebnisse.

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Ihr könnt nun also das erste Modul an eure Station andocken – auch das erfordert anfangs etwas Übung und Geduld. Habt ihr das geschafft, so könnt ihr euer Zuhause in Zukunft verlassen ohne es gleich komplett zu dekompressieren oder Unmengen an wertvoller Luft zu verlieren. Vorher empfiehlt es sich jedoch an Bord des Schiffes zu gehen und mit diesem kleinen Arbeitstier eure Station aus der Umlaufbahn des Trümmerfelds herauszubringen, in welchem ihr euch derzeit befindet. Tut ihr das nicht, so rast regelmäßig Weltraumschrott in eure Station und ihr müsst unnötigerweise Zeit und Ressourcen in die Reparatur stecken.

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Ab jetzt kann es wirklich los gehen. Ihr könnt erstmal damit anfangen eurem kleinen Raumschiff einen Namen zu geben und ein Logo dafür auswählen – das ist nicht nötig, aber nett. Dann fangt ihr an per Warp-Antrieb das Sternsystem zu erkunden und Ressourcen, Gegenstände und Module zu finden und zu eurer Station zu bringen. Diese lasst ihr wachsen und fügt durch die Module nützliche Funktionen, wie einen Lagerraum, verbesserte Stromversorgung oder eine Crafting-Werkstatt hinzu. Die Warp-Sprünge können übrigens eine Weile dauern, was einem die Möglichkeit gibt entspannt ein paar Dinge an Bord des Raumschiffes zu ordnen und vorzubereiten. Auch ein größeres Raumschiff könnt ihr finden und sogar Asteroiden-Mining betreiben, um an Ressourcen zu kommen. Vermutlich werdet ihr auch die ein oder andere Station finden, erkunden und nützliche Dinge von ihr mitnehmen, wenn ihr nicht gerade von automatisierten Geschütztürmen bedrängt werdet. Im Multiplayer bietet Hellion durch andere Spieler natürlich mehr Möglichkeiten und auch Gefahren.

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Essen und Trinken müsst ihr in der aktuellen Version übrigens nicht. Da sich das Spiel allerdings noch in der Entwicklung befindet kommen immer wieder neue Mechaniken und Verbesserungen dazu.

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Wie bei vielen Survival-Games üblich spielt man so lange bis man entweder all das im Spiel erreicht hat, was man erreichten wollte und das Überleben an sich kein Problem mehr darstellt oder bis man merkt, dass man theoretisch an einem Punkt ist an dem man fähig ist alles zu erreichten, es aber einfach eine enorme Menge Zeit in Anspruch nehmen würde. Wie bereits angedeutet: Im Multiplayer trägt sich das Spiel vermutlich länger.

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Hellion stellt sich mit seinem passend gewählten, tristen Stil, solider Grafik, der realitätsnahen Physik und dem herausfordernden Ressourcen-Management, sowie mit der gebotenen Immersion und den gegebenen Individualisierungsmöglichkeiten auf eine gute, eigenständige Position auf dem Weltraum-Survival-Markt. Mit genug Zeit, Frusttoleranz, Geduld und Spaß an Survival kann man viel Freude an Hellion haben. Da auch weiterhin durch Updates Features dazukommen, das Gameplay verbessert und Bugs beseitigt werden, freue ich mich darauf auch zukünftig eine gute Zeit mit Hellion zu verbringen, eine immer größere Station zusammenzusetzen und dafür zu sorgen, dass mir weder Sauerstoff, noch Treibstoff ausgeht.

Bis bald,

Euer Felix.

 

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