Arrival

Auch als Podcast verfügbar.

Achtung, Spoiler!

Ich liebe Sci-Fi-Filme. Noch mehr liebe ich es, wenn diese sich selbst und die von ihnen angesprochenen Thematiken ernst nehmen. Arrival tut das – zum Ende hin vielleicht sogar zu sehr.

Der Filmeinstieg ist eher traurig und menschlich, statt außerirdisch. Man lernt die Protagonistin Louise und deren Tochter kennen, die leider an einer Krankheit starb. Dann begleiten wir die Mutter in ihrem Alltag als Dozentin für Sprachen, als während ihrer Vorlesung merkwürdige Flugobjekte rund um die Welt gesichtet werden. Nun die folgende Zeit im Schnelldurchlauf: Aliens greifen vorerst nicht an; Louise wird als Sprachwissenschaftlerin von der amerikanischen Regierung, mit dem Physiker Ian, zu einem der minimalistischen, schwarzen UFOs gebracht; die beiden nehmen Kontakt mit den Aliens auf; ihre Symbolsprache wird langsam entschlüsselt; Kommunikation ist irgendwann grundlegend möglich; Länder kooperieren plötzlich nicht mehr miteinander bei der Entschlüsselung der Sprache; Botschaften der Aliens werden falsch verstanden; Krieg gegen Aliens wird von einigen Ländern erklärt (aber noch nicht umgesetzt); Louise klärt (mit Hilfe von Ian) das Missverständnis auf und rettet die Welt, indem sie den General eines anderen Landes auf seiner Privatnummer anruft und ihm die letzten Worte seiner toten Frau wiedergibt. Sowohl die Privatnummer, als auch die Worte hat sie aus einem Gespräch mit ihm, das sie in der Zukunft gehalten haben wird. Sie sieht die Zukunft, Vergangenheit und Gegenwart, weil sie die Sprache der Aliens verstanden hat, welche im Übrigen ein großes Geschenk der Außerirdischen an die Menschheit darstellt..

Das ist zwar wirklich sehr heruntergebrochen und wird filmisch wunderbar dargestellt, doch ist es letztendlich leider auch etwas hanebüchen. Zum Schluss wird man mit einem merkwürdigen Gefühl hinterlassen. Irgendwie ist alles ein wenig paradox und die Love-Story (welche im Verlaufe des Filmes nur ganz seicht gestreift wird) nimmt zum Schluss viel zu schnell Fahrt auf, wirkt aber eher melancholisch und nicht ganz angenehm.

Ich möchte dem Film einige Dinge zugute halten: die stimmigen, spannenden Bilder, eine angenehme Geschwindigkeit, gutes Schauspiel und tolle Sounds (auch wenn diese vielleicht manchmal zu laut sind). Leider scheint Arrival schlauer sein zu wollen, als es letztendlich ist. Hierüber kann man natürlich streiten. Der eine sagt, dass man die Art von Wahrnehmung, welche Louise am Ende des Filmes beherrscht, als Mensch nur schwer erfassen kann und sie filmisch gut genug umgesetzt ist, um ein Verständnis dessen zu ermöglichen. Jemand anders meint vielleicht eher, dass der Film den Fokus mehr auf reale Werte hätte setzen können. Zusammenhalt und Konflikte in der Menschheit sind ein großes Thema im Film, werden aber leider irgendwann von der Wahrnehmungserweiterung unserer Protagonistin und den damit verbundenen Zeitreiseparadoxa überdeckt. Das erhöht den Wow-Faktor, schmälert aber den Wiedersehwert und sagt im Grunde aus, dass es auf unserer Erde kein Mittel gibt, durch das man weltweiten Frieden und Verständnis erreichen kann, sondern wir Aliens und deren Mittel brauchen, um dieses Ziel zu erreichen. Da ich aber nicht das Gewicht der Welt auf diesen Film legen will und ich durchaus gut unterhalten war, möchte ich abschließend sagen, dass man den Film vielleicht nicht ganz so ernst nehmen sollte, wie er sich selbst nimmt – dann hat man einen gut gemachten, spannenden Sci-Fi-Thriller.

Bis bald,

Euer Felix.

P.S.: Irgendwann merkt man, dass die Tochter, von der man dachte, dass sie am Anfang des Filmes starb, eigentlich das noch ungeborene Kind von Louise und Ian ist, welches sie erst noch bekommen werden.

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