Kerbal Space Program

Auch als Podcast verfügbar.

„Was soll das denn sein?“, werden sich bei diesem Spieltitel sicherlich einige fragen. Dann antworte ich: „Eine lustige Raumfahrt-Simulation!“

Kerbal Space Program (abgekürzt: KSP) ist ein harter, trotzdem lockerer Simulator, mit der richtigen Prise Humor. Dieser wird zwar fast ausschließlich durch Beschreibungstexte vermittelt, verhindert allerdings, dass das Spiel zu ernst wird. Stellt euch vor ihr seid ein Kind, das versucht mit einer Feuerwerksrakete einen Luftballon zu treffen. Nur, dass ihr die Rakete selbst entwerft und der Ballon ein Himmelskörper ist. Das ganze macht unheimlichen Spaß, erfordert aber auch, dass man sich mit der Materie auseinandersetzt.

Wenn man den Karriere-Modus als neuer Spieler das erste Mal startet, dann ist man vermutlich überfordert. Zum Glück findet man im Internet genügend Tutorials, falls einem das Spiel nicht ausreichend Hinweise liefert.

KSP hat eine steile Lernkurve und bietet auch für erfahrene Spieler immer noch Herausforderungen. Ob es nun darum geht eine Raumstation im Orbit zu errichten, was vermutlich einige Rendezvousmanöver, Andockvorgänge und gute Vorausplanung erfordert oder darum auf einem anderen Himmelkörper zu landen – einfach war die Raumfahrt noch nie. Es verhält sich hier wie bei Dark Souls: Leicht ist es nicht, aber machbar. Wenn ihr es nicht schafft, dann seid ihr in der Regel selbst daran Schuld. Wenn ihr es aber schafft, dann gehört der Erfolg auch ganz euch.

Ich kann euch sagen, dass es ein gutes Gefühl ist seine Ziele in diesem Spiel irgendwann zu erreichen. Wenn man das erste Mal mit einem Kerbal (so heißen eure Astronauten) den Mond ihres Heimatplaneten betritt, dann ist das eine wahre Errungenschaft. Noch besser ist es, wenn der kleine Raumfahrer es auch wieder zurückschafft. Vorausgesetzt, dass ihr seine Rückreise überhaupt eingeplant habt. Wenn nicht, dann könnt ihr jetzt eine Rettungsmission planen oder ihn eben einfach von dort aus die Sterne ansehen lassen.

Wenn ihr im Karriere-Modus weiter voran geschritten seid oder sowieso im Kreativ-Modus spielt, dann sind eure Ziele meist noch größer. Plötzlich wollt ihr eine Basis auf einem ganz anderen Planeten bauen, Rover hinschicken und den Weltraum-Tourismus vorantreiben. Dann sind womöglich Satellitennetzwerke und wesentlich besser konstruierte Raketen nötig. Natürlich müsst ihr auch nach und nach Informationen über das gewünschte Ziel sammeln. Gibt es dort eine Atmosphäre? Wie hoch ist die Anziehungskraft? Gibt es dort Wasserflächen? All das muss bedacht werden, wenn man sicher landen möchte – meistens sammelt man allerdings auch hier einfach Erfahrung durch das Ausprobieren. Natürlich könnte man sich auch alles Wissenswerte aus dem Internet ziehen, aber wo bliebe denn da der Spaß am Erkunden und Erforschen? Zugegeben: Manchmal spart das Internet einem auch einfach eine Menge Zeit bei diesem ohnehin schon zeitintentsiven Spiel.

Letztendlich geht es bei KSP um Problemlösungen. Wie schaffe ich es mit dem vorhanden Treibstoff, Teilen, und Limitierungen, die selbst gesetzten Ziele zu erreichen? Ein Spiel, dass Physikkenntnisse voraussetzt oder diese durch Scheitern in euren Kopf hämmert. Doch glaubt mir, egal wie lange ihr spielt: Irgendwann explodiert immer irgendetwas. Das verleiht dem Spiel allerdings auch einen gewissen Charme. Es nimmt sich selbst nur so ernst, wie man es selbst nehmen will.

Ihr könnt außerdem problemlos Cheats und Mods verwenden, um das Spiel euren Wünschen näher zu bringen. Der wohl am weitesten verbreitete und wichtigste Mod überhaupt heißt MechJeb. Ohne den geht eigentlich gar nichts. Zumindest, wenn ihr komplexere Dinge in kürzerer Zeit durchführen und etwas automatisieren wollt. MechJeb wird euch garantiert nicht die komplette Arbeit abnehmen, aber er unterstützt euch – zum Beispiel bei der Navigation eurer Raumschiffe, Andockvorgängen und Landungen. Dadurch werden oft Projekte vereinfacht, die man vorher nur schwer zu bewältigen glaubte. Am besten beherrscht man die Navigation und Eingaben trotzdem soweit, dass man im Notfall auch auf den Computer verzichten kann, falls im Karriere-Modus dann doch mal der Strom ausfällt und euer Pilot auf sich (und damit auf den Spieler) gestellt ist.

Die selbstgebauten Feuerwerkskörper sind übrigens das kreative Herzstück von Kerbal Space Program. Es macht mir viel Spaß die teils kreativen, teils waghalsigen Projekte zu sehen, die mit den selbst konstruierten Flugzeugen, Raketen und anderen Gerätschaften umgesetzt werden. Dank Steam-Workshop ist es sehr einfach sich die Baupläne anderer Spieler herunterzuladen und sie selbst auszutesten oder seine eigenen Kreationen hochzuladen. Die Community rund um KSP ist ein Pool von verrückten und genialen Ideen. Damit wurde das Spiel zu einem großartigen Sandkasten für allerlei experimentierfreudige Raumfahrtbegeisterte.

Letztendlich ist das Spiel nichts für jedermann. Man bekommt meiner Erfahrung nach nur so viel Spaß zurück, wie man Aufwand reinsteckt. Man muss wohl auch ein wenig auf physikalische Herausforderungen stehen und sich selbst Ziele setzten und organisieren können. Läuft das ganze aber erstmal, dann darf sich das gesamte Sternsystem auf viele grüne Besucher und Explosionen freuen. Mir gibt es jedenfalls immer ein gutes Gefühl, wenn ich eine schwierige Situation lösen und mein selbst gesetztes Ziel erreichen kann.

Bis bald,

Euer Felix.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.